Über den Jordan

Einreise in Israel von Jordanien mit einem Pass voller suspekter Stempel

Die Einreise nach Israel war langwierig wie erwartet und doch nicht so lästig wie befürchtet. Fast am ärgerlichsten war, dass ich nicht damit gerechnet hatte, dass der Bus vom jordanischen zum israelischen Posten teurer sein würde als ein Bus nach Aqaba und zurück, so dass ich nochmal Geld wechseln musste… Aber immerhin geht es über den Jordan, so fix, dass ich diesen symbolträchtigen Moment fast verpasst habe. Auf der israelischen Seite musste ich dann mein Gepäck einchecken wie an einem Flughafen, durch Sicherheitskontrollen durch, bevor ich an der Passkontrolle anstand. Die hübsche, junge Beamtin blätterte meinen Pass durch, murmelte „Syria, Lebanon, Iran — wow“. Ich solle ein Formular ausfüllen und auf den Stühlen warten, bis jemand zu einem Interview kommt. Das dauerte ziemlich lange, ich war bei weitem nicht der einzige, der dort warten musste und es traf auch Reisende ohne solche Stempel. Das Interview selbst war dann erstaunlich kurz. Was ich im Iran, Syrien, Libanon gemacht habe, plus die üblichen Fragen nach Wohnort usw. Dann wartete ich nochmal etwa eine Stunde (alles in allem wartete ich fast 4 Stunden), bis ich beinahe unbemerkt aus einem der Passkontrollenhäuschen aufgerufen wurde. Das war es dann auch schon. Ich musste nicht, wie jemand anderes mir erzählt hatte, meinen Rucksack auspacken, damit hatte ich gerechnet.


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Florian Neukirchen
Nahöstlicher Diwan
Unterwegs zwischen Teheran und Tel Aviv
ISBN 978-3-89514-925-2