8. November 2004

Südindien Reisebericht

Kerala

Ein Mann, der nach Kochin kommt, vergesse auf der Stelle seine Frau, so schön ist die Stadt. Heißt es. Tatsächlich hat das kosmopolitische Flair mit einem Mix aus portugiesischer, holländischer, britischer, jüdischer und indischer Kultur etwas. Die Stadt, auf einer schmalen Halbinsel gelegen, ist sehr grün und das beste ist, das es kaum Verkehr gibt, der sich durch die anderen Städte Indiens wälzt. An der Küste stehen große chinesische Fischernetze, die an hölzernen Kränen per Hand ins Wasser gesenkt werden. Den frischen Fisch kann man auf dem Markt kaufen und gleich neben an grillen lassen.

Kochin

Das tropische Kerala ist eines der reichsten indischen Bundesländer - und eines der rotesten. Auf jedem Dorfplatz, an jeder Bushaltestelle, an jeder Ecke hängt die rote Fahne mit Hammer und Sichel, Marx und Lenin grüßen immer wieder von der Wand. Manchmal auch Stalin, würg.

Durch dichten Dschungel windet sich die Strasse die steile Flanke der Western Ghats hinauf. Oben, in Munnar ist die Landschaft sanfter, mit Teeplantagen und Cardamon und immer wieder tollen Blicken.

Markt in Munnar

Ziemlich enttäuschend war hingegen die Bootsafari auf dem Dschungelsee im Periyar Nationalpark. Es hat fast die ganze Zeit geregnet und die Kids auf dem Boot waren total aufgedreht und am kreischen und tun. Gesehen haben wir nur ein paar Büffel, Rehe und Wildschweine. Keinen einzigen Elefant. Das Guesthouse sah zwar auf den ersten Blick gut aus, aber das Bett war klamm und muffelig. Und am Morgen springt mit mir noch eine dicke Kakerlake aus dem Bett. Fast noch ärgerlicher ist der tiefe Riss, der sich quer durch die Sohle meiner Sandale zieht.

Backwaters in Kerala

Umso schöner ist es, auf einem Boot durch die Backwaters zu gleiten, jenem Netz aus Flüssen, Kanälen und Seen, das sich durch die palmenbestandene Küstenebene zieht. Am Ufer wird Wäsche gewaschen, Baumaterial wird auf langen schmalen Booten weitergestochert, Kinder springen von einer Palme ins Wasser...

Jetzt bin ich oben auf dem Kliff in Varkala, ein idealer Ort um den Streik der Transportunternehmen gegen die Erhöhung der Benzinpreise abzuwarten. Mein Körper ist immer noch ölig von der Massage...


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