22. September 2009

Ein Wort zur Wahl

Es nähert sich mal wieder der Wahlsonntag, das ist kaum zu übersehen. Die ganze Stadt ist voll mit Plakaten, auf denen hässliche Menschen und dumme Sprüche zu sehen sind. Zum Beispiel "Wort halten". Haha! Wer glaubt denn noch an so was? Politiker haben das Bedürfnis, sich immer mal wieder in den Vordergrund zu drängen, aber selbst mit noch so vielen Plakaten werden sie den Flair der Langeweile nicht los. Warum sollte man auch wählen gehen, wenn sich die Parteien bis aufs Haar gleichen? Sie halten sich gegenseitig den Spiegel vor und finden sich dabei furchtbar wichtig.

Die Partei der besser Verdienenden heisst heutzutage "Die Grünen", aus ihrer Sonnenblume wurde beim letzten Parteitag ein gut geschmiertes Rädchen im Getriebe. Die FDP weiss auch nicht mehr, was sie mit der Wirtschaftskrise soll. Die CDU ist fast sozialdemokratischer als das Original (man denke nur zurück, was Rot-Grün bedeutet: Hartz IV und der erste von Deutschland geführte Angriffskrieg seit damals). Dann gibt es ja noch den Oskar, nicht den aus der Tonne, sondern den aus dem Saarland. Der wäre gern ein zweiter Hugo Chavez, nur halt mit Kohle statt mit Öl. Was für eine wundersame Auswahl.

Hey Che, altes Haus. Was sagst du denn dazu? Du würdest kämpfen, statt deine Stimme abzugeben, stimmts?

Would you still prefer to die standing than to live forever kneeling? - You know, I really don’t care! Today I just wear a trendy T-shirt!
(Graffiti in Bergen/Norwegen)

Oh je, das habe ich befürchtet.


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