23. August 2005

Reisebericht

Peking

Die Stadt ist von breiten, mit Hochhäusern gesäumten Straßen durchzogen, doch dazwischen finden sich immer noch Reste der Hutons, der alten Viertel aus niedrigen, grauen Ziegelhäuser, in deren engen Gassen alte Menschen im Schatten Tee trinken oder Brettspiele spielen, Kohleverkäufer radeln ihre Waren zu den Kunden...

Das Zentrum der modernen Stadt ist natürlich der Tiananmen-Platz, eine riesige von Sovjetstyle-Prachtbauten gesäumte Fläche. Er wurde angelegt, um aus der feudalen Stadt das Zentrum des sozialistischen China zu machen. Dass hier 1989 die großen Demonstrationen (wegen der langsamen Reformen und Korruption) blutig niedergeschlagen wurden, ist euch natürlich bekannt. „Die Rebellion ist immer gerecht“ (Mao). Das Mausoleum des großen Vorgesetzten steht mitten auf dem Platz, ich reihe mich in die Pilger ein, die zum Teil Plastikblumen kaufen und auf einem Tisch in der Vorhalle niederlegen (die Blumen werden regelmäßig eingesammelt und wieder verkauft). Kaum hat man den Toten passiert, der jeden Tag mechanisch aus einer Art Kühltruhe gehoben wird, ist man auch schon im Souveniershop und kann allerhand Mao-Kitsch kaufen.

Verbotene Stadt

Direkt hinter dem Tor des himmlischen Friedens, über dem ein riesiges Mao-Bild prangt, liegt der Kaiserpalast, mit über 800 Gebäuden zu Recht „Verbotene Stadt“ genannt. Fast einen ganzen Tag irre ich durch all die Pracht, Marmorterrassen, gelbe geschwungene Dächer...

In der Verbotenen Stadt

Und es gibt in dieser Stadt noch mehr großartige Gebäude, darunter der runde Himmelstempel und ein anderer Tempel mit einem 19 m hohen Buddha, der aus einem einzigen Sandelholzstamm geschnitzt wurde (es hatte 3 Jahre gedauert, das Ding aus Tibet hier her zu befördern).

Ich gehe mit einem Haufen Leuten Beijing Duck essen, in einem der Säle im sechsstöckigen Kultrestaurant, wo der Koch die Ente vor unseren Augen auseinander schnibbelt. Mmmh. Täglich lassen hier 200 Enten das Leben.


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