… keine Dinnerparty — Bürgerkrieg in Nepal

Vor 10 Jahren überraschte die CPN(Maoist) die Welt, in dem sie den „Peoples War“ ausrief und in kurzer Zeit tausende Angriffe auf Polizeistationen startete. Heute kontrolliert die Guerilla weite Teile des Landes, vor allem im Westen. Und selbst in der Hauptstadt werden hin und wieder Regierungsgebäude gesprengt. Der große Erfolg der Maoisten, nicht nur militärisch, sondern vor allem, was den Zulauf an jungen Menschen angeht, sagt einiges aus über die Perspektivlosigkeit in den abgelegenen Regionen eines der ärmsten Länder der Welt. Außerhalb der Städte kann kaum jemand lesen und schreiben, Korruption ist die Norm und regiert wird so autokratisch wie nur möglich. Tatsächlich haben die Maoisten in ihren Gebieten einige Verbesserungen gebracht, was z.B. Frauenrechte und die semifeudalen Verhältnisse angeht. Autoritär sind freilich auch sie. Und bei den Menschenrechtsverletzungen hilft auch nicht, dass es auf Seiten der Polizei wesentlich schlimmer aussieht.

Als im Februar dieses Jahres der hinduistische Gott-König das Parlament auflöste und absolute Macht ergriff, verschwanden tausende Menschen, Politiker aller Parteien wurden unter Hausarrest gestellt, die Armee schoss in eine Studentendemonstration. Das Ergebnis waren nicht nur zahllose Streiks und Aufstände, selbst die zuvor regierende Congress-Party hat das mit der konstitutionalen Monarchie aus dem Parteiprogramm gestrichen. Den König will niemand mehr.

Es ist kein Zufall, dass die Guerilla einen Waffenstillstand für die Dauer der Trekkingsaison ausgerufen hat: Tourismus ist für beide Seiten eine wichtige Einnahmequelle. Danach geht es um so erbitterter weiter.


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