Budapest

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Nach dem ich schon befürchtet hatte, Ostern allein in Tübingen zu enden, begleite ich spontan Karin nach Budapest. Breite Boulevards und engere Seitenstraßen, prunkvolle Paläste von Barock bis Art Deco, … und auf der anderen Seite der Donau, mit alten Hängebrücken mit Pest vertäut, der Burgberg von Buda, auf dem alles etwas schnuckliger ist und fast nur noch Touristen unterwegs sind. Nach langen Wanderungen durch Kunstmuseen und Straßen entspannen wir uns in prachtvollen alten Thermalbädern.

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Dank hospitality club wohnen wir authentisch in einem winzigen Zimmerchen im 10. Stock inmitten einer Plattenbausiedlung.

Vor dem 2. Weltkrieg wurde das Leben in der Stadt zu einem nicht geringen Teil von Juden geprägt. Innerhalb weniger Monate wurden 1944 dann 500000 der etwa 800000 ungarischen Juden von den Deutschen mit Hilfe ungarischer Pfeilkreuzler deportiert. Heute hat das jüdische Viertel abseits der Synagoge einen Gewissen Charme des Verfalls.IMGP2800

Bei der Anreise im Bus sind wir trotz EU drei mal kontrolliert worden. Das erste mal mitten in Bayern, zwei Beamten in Zivil haben jeden Pass penibel mit der Lupe geprüft (kein Witz!) und alle nicht-deutschen Pässe eingesammelt. Zwei Japaner wurden lange ausgefragt, ob sie vor haben, von Ungarn nach Frankreich zurück zu reisen, bis endlich einer der Beamten meinte „lass gut sein, wir sind schließlich ein Rechtsstaat“. So ein Glück. Als es endlich nach Ewigkeiten weiter ging, wurde ein Ungar hinter uns etwas unruhig, durchsucht seine Hosentaschen, den Geldbeutel. Aber dem Fahrer zu sagen, dass er seinen Pass noch nicht zurück hat, rafft er sich erst auf, nachdem wir schon einige Zeit wieder auf der Autobahn sind…. Schließlich haben wir an einer Raste darauf gewartet, dass der Pass von den Cops hinterher gebracht wurde.

Endstation Flohmarkt
Endstation Flohmarkt