Guatemala

Atitlan
Atitlan

Wie angenehm, von Marta am Flughafen abgeholt zu werden! Die erste Nacht verbringen wir in Guatemala City, einer chaotischen Metropole mit kaputten vollen Straßen, Straßenkids, ….

Semuc Champey
Semuc Champey

In einem Minibus fahren wir von der Kaffeestadt Coban abwärts durch wunderschöne tropische Karstlandschaft. In einem Dorf mit buntem Markt steigen immer mehr und mehr traditionell gekleidete Indigenas ein, es wird wirklich eng und die jungen australischen Backpackerinnen hinter mir fangen an zu jammern… aber Stunden später sehen wir unsere Unterkunft (nebenbei fest in kanadischen Händen), die hübschen Holzhütten mit Hängematten vor den Türen, die Bar an einem grünen rauschenden Bach, der wenige km oberhalb aus einem Höhlentor herausgeschoßen kommt…. und alle sind wieder glücklich. Wie schön doch Guatemala ist! Willkommen in der Travelbubble! (Doch was ist das wirkliche Guatemala? Nicht vielleicht doch die vollen Busse, die einen kleinen Jungen im Staub stehen lassen, der eine unglaubliche Last an Brennholz nach Hause schleppt?) Mit Kerzen in der Hand schwimmen wir durch einen Höhlenfluß, klettern neben einem unterirdischen Wasserfall aufwärts… und wieder unter freiem Himmel, nach ein paar Sprüngen von der 10 m hohen Brücke in den Fluss sind wir in Semuc Champey: einige Sinterpools, die durch mehr oder weniger große natürliche Dämme mit Wasserfällchen von einander getrennt sind, laden zum Baden ein… doch der Clou ist, dass der große Fluss, der durch die von Karstkegeln gesäumte Schlucht kommt, oberhalb in einem Wasserfall in einem Loch verschwindet und durch einen Tunnel unter den Pools hindurchfließt!

Antigua mit Vulkan Agua
Antigua mit Vulkan Agua

Weihnachten in Antigua, ein hübsches Kolonialstädtchen, zeitweise das Machtzentrum Zentralamerikas, dermaßen herausgeputzt, dass es fast unecht wirkt. Im Hintergrund ragt der Vulkan Agua in den Himmel, etwas weiter rechts sind Fuego und Acatenango meistens in Wolken. Es ist beeindrückend, wieviele Klöster es hier gab, damals bekamen Klöster, um die Christianisierung voranzutreiben, riesige Ländereien samt der Zwangsarbeit der darauf lebenden Indigenas, was viele mittelose Einwanderer anlockte.

Eigentlich ist die gesamte Geschichte dieses Landes eine einzige Katastrophe, mit einer langen Reihe brutaler Diktatoren, zahllosen verschwundenen und Massakern, Bürgerkrieg, Zwangsarbeit und hemmungsloser Ausbeutung, das Monopol der United Fruit Company, Kolonialisierung…. als Tourist wird nur daran erinnert, wer auch zwischen den Zeilen liest.

Atitlan
Atitlan

Humboldt bezeichnete den Atitlansee als den schönsten der Welt und ich habe hier das Gefühl, in einem gemalten Bild zu sitzen: das Blau des Calderasees, von steilen grünen Hängen umgeben und die beiden Vulkankegel auf der gegenüberliegenden Seite….

Auf dem Weg nach Mexico stürme ich en passant im nächtlichen Alleingang den 3772 m hohen Vulkan Santa Maria. Ein perfekter Kegel vom Norden gesehen, doch beim verheerenden Ausbruch 1902 wurde die gesamte Südhälfe weg gesprengt. An dessen Stelle ist inzwischen der Domkomplex Santiaguito entstanden, der tief unter mir liegt. Hin und wieder lösen sich kleine Pyroklastische Ströme vom Dom und manchmal lassen kleinere Explosionen eine Aschewolke aufsteigen. Der Blick in die anderen Richtungen ist ebenso phantastisch, dicht an dicht Reihen sich die Kegel, fast alle Vulkane Guatemalas sind zu sehen.

Jetzt sind wir für ein paar Tage in Mexiko, denn Martas Stempel für Honduras-Guatemala-El Salvador war ausgelaufen. Und danach Tikal und Honduras.


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