Makhtesh Ramon

Der „Krater“ Ramon in der Negevwüste in Israel ist nicht durch einen Meteoritenimpakt, sondern durch Erosion einer Falte entstanden

Makhtesh Ramon
Makhtesh Ramon

Ein toller Blick, ich sitze an der Kraterkante auf dem harten Kalkstein, lasse meine Beine baumeln und schaue 300 m hinunter auf eine rot, schwarz, gelb und weiß gefärbte Landschaft…

Das Gerücht, der Ramon „Krater“ in der Negevwüste sei durch einen Meteroiteneinschlag entstanden, hält sich hartnäckig. Vielmehr handelt es sich um einen Erosionskrater. Ganz rund ist er auch nicht, 40 auf 8 km, nichts anderes als ein merkwürdig geformter Canyon.

Das harte Kalksteindach einer Antikline ist hier aufgebrochen, die weichen Sedimente im Faltenkern wurden darauf hin (insbesondere nach Bildung des Jordangrabens im Osten) wegerodiert. Aufgeschlossen sind dort unten vor allem jurassische und am Südrand triassische Sedimente. Neben etwas Kalkstein und Tonstein vor allem Sandsteine, den Sand hatten Flüsse von den Graniten des Sinai herangebracht. Es gibt auch Gips, kleinere magmatische Intrusionen (z.B. einen in die Gipslagen intrudierten Lakkolith) und auch noch ein paar kleine Vulkane (Schlackenkegel) aus der Kreidezeit, die wieder freigelegt worden sind.

In einer Felswand sehe ich große Ammoniten, an anderer Stelle wurde der Sandstein so stark erhitzt, dass er zu armdicken Säulen, fast wie Basaltsäulen, zerfällt. Allerhand zu sehen für Geologen…

Nubischer Steinbock
Nubischer Steinbock

 

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Florian Neukirchen
Nahöstlicher Diwan
Unterwegs zwischen Teheran und Tel Aviv
ISBN 978-3-89514-925-2