Dinosaurierspuren bei Rovereto

Fussabdrücke der Reptilien in den Südalpen (Trentino, Italien)

Spur eines Dinosauriers
Spur eines Dinosauriers

Dinos! Als Kind hatte wahrscheinlich jeder einmal eine Phase, während der Dinosaurier das faszinierendste der Welt waren. Auch wenn die Begeisterung seither etwas abgeklungen ist, als Geowissenschaftler finde ich es spannend, einmal Spuren dieser Reptilien in situ zu finden. Auch wenn „finden“ nur bedeutet, dass ich einem Wegweiser hinterherlaufe…

In den Südalpen gibt es mehrere Orte mit Spuren von Dinosauriern. Gleich um die 350 Fussabdrücke ganz unterschiedlicher Saurier hat man an einem Hang bei Rovereto gefunden, einem Städtchen, das nur wenig südlich von Trento im Etschtal liegt und entsprechend leicht zu erreichen ist. Viele Spuren sind einfach eine Reihe von runden Eindrücken, die aussehen, als sei ein Elefant durch Matsch gelaufen. Vereinzelt gibt es Abdrücke eines zweibeinigen Dinosauriers mit jeweils drei Zehen, ein Fleischfresser laut Tafel. Die große Mehrzahl der Spuren ist allerdings nur mit Phantasie zu erkennen. Interessanterweise finden sich die Spuren in der Abrißnische eines Bergsturzes, der sogar von Dante in der Göttlichen Komödie besungen wird. Die schräg gestellten Schichten sehen durchaus so aus, als ob hier wieder einmal etwas abrutschen könnte.

Dinospur     Dieser Kerl war noch größer...
Dinospur: Dieser Kerl war noch größer…

Vor etwa 200 Millionen Jahren (im Lias) war die Trentino-Plattform eine Region mit einem flachen Meer mit großen Sandbänken und vielen Inseln. Nach der Anzahl der Spuren zu Urteilen muß Rovereto damals ein beliebter Strand gewesen sein.

Ein paar Erläuterungsschilder (auf Italienisch und Englisch) machen das ganze zu einem netten geologischen Lehrpfad. Allerdings ist die Ausschilderung des Wegs verbesserungswürdig (drei, vier Wegweiser mehr würden schon ausreichen), man sollte sich vorher am Parkplatz das Luftbild gut einprägen.

Das kaum befahrene Sträßchen zum Parkplatz ist gut ausgeschildert. Wer ohne Auto unterweg ist kann ihn auch zu Fuß erreichen, ich habe 1 h 30 min gebraucht. Am schönsten durchquert man die Altstadt bis zur Festung (im Ort hängen mehrfach Stadtpläne), überquert dort die Brücke und biegt ein paar Meter weiter bei einer Kirche links in einen Fußweg ein. Auf diesem gelangt man auf die Via Madonna del Monte, der man um die 6 km bis zum Ende folgt (ab dem Castel Dante heißt sie Strada degli Artiglieri).


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