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Expedition zum Oldoinyo Lengai

Für meine Diplomarbeit in Tansania am einzigen aktiven Karbonatitvulkan der Welt

Hornitos im Krater, Oldoinyo Lengai
Hornitos im Krater, Oldoinyo Lengai

Feldarbeit in Tansania mit Thommy und Jogi: für meine Diplomarbeit arbeite ich an den Gesteinen, die in der fast 500 m hohen Bruchstufe des Ostafrikanischen Grabens im Gebiet des Natronsees aufgeschlossen sind. Es handelt sich um alkaline Flutlaven (Alkalibasalte, Basanite, Nephelinite), die kurz vor der Bildung der Verwerfung (1,2 Ma) gefördert wurden.

Flutlaven der Bruchstufe, im Hintergrund Oldoinyo Lengai
Flutlaven der Bruchstufe, im Hintergrund Oldoinyo Lengai

Ich helfe auch Jogi bei seiner Arbeit am Oldoinyo Lengai. Dieser Vulkan („der Berg Gottes“, 2960 m) erhebt sich rund 10 km südlich von meinem Arbeitsgebiet in der Grabenebene.

Oldoinyo Lengai
Oldoinyo Lengai

Er ist geologisch einmalig, denn es handelt sich nicht nur um den einzigen aktiven Karbonatit-Vulkan der Erde, sondern gleichzeitig um das einzige Vorkommen von Na-Karbonatit.

Hornitos im Krater, Oldoinyo Lengai
Hornitos im Krater, Oldoinyo Lengai

Karbonatite sind sozusagen „magmatische Kalksteine“. Meist bestehen sie überwiegend aus Calcit oder Dolomit, manchmal auch aus Fe-Karbonaten. Auch im Kaiserstuhl kommen Karbonatite vor, sie bestehen hier aus Calcit, mit geringen Mengen von Magnetit und Pyrochlor. Karbonatite können abbauwürdige Lagerstätten von Nb, Ta und SEE bilden.

Krater des Oldoninyo Lengai mit strombolianischer Eruption an einem Hornito
Krater des Oldoninyo Lengai mit strombolianischer Eruption an einem Hornito

Karbonatitische Magmen können entweder direkt in einem Karbonat-haltigen Erdmantel entstehen, oder eine im Erdmantel gebildete silikatische Schmelze, die etwas Karbonat enthält, führt zur Bildung von Karbonatit-Schmelze durch Entmischung (wie Wasser und Öl) oder durch Fraktionierung.

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Die eigentümlichen Karbonatit-Laven des Oldoinyo Lengai bestehen vor allem aus den Mineralen Gregoryit Na2CO3 und Nyerereit Na2Ca (CO3)2 (vereinfachte Formeln, beide Minerale enthalten noch deutliche Mengen an K, Ca, Sr und Ba). Die Laven sind extrem dünnflüssig, obwohl sie mit Temperaturen wenig über 500°C wesentlich kälter sind, als silikatische Laven. Dadurch bilden sich oft winzige Lavaströmchen, die wie Rinnsale aus den Hornitos fliessen. Grössere Ströme können es auch mal über den Kraterrand schaffen. Während unserer Arbeit war die Aktivität allerdings untypisch, mit strombolianischen Fontänen.

Hornitos im Krater, Oldoinyo Lengai
Hornitos im Krater, Oldoinyo Lengai

Frisch geförderte Lava ist schwarz, doch sie nimmt leicht Wasser auf und verwittert innerhalb weniger Tage zu weissen Staub.

Doch die Karbonatite machen nur einen kleinen Teil der geförderten Magmen aus: mehr als 90 % des Berges bestehen aus hoch entwickeltem Nephelinit und Phonolith. Immer wieder gab es in der Geschichte des Berges grössere silikatische Ascheneruptionen.

Kleine strombolianische Eruption
Kleine strombolianische Eruption

Auch die Nephelinite sind eine Besonderheit: sie enthalten so viel Alkalien gegenüber Al, dass sie Mineralien wie Wollastonit und den exotischen Combeit enthalten.

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In der Umgebung des Oldoinyo Lengai befindet sich eine ganze Reihe von Maaren und Tuffkegeln, die oft primitive Olivin Melilitite gefördert haben. Dabei handelt es sich vermutlich um die primitiven Magmen, aus denen sich durch Fraktionierung die hochentwickelten Schmelzen des Lengai bildeten.

Meru: Im durch einen Flankenkollaps entstandenen Amphitheater hat sich ein neuer Kegel gebildet
Meru: Im durch einen Flankenkollaps entstandenen Amphitheater hat sich ein neuer Kegel gebildet

Zu guter letzt endlich Urlaub! Wie es sich für Vulkanologen gehört, erklimmen wir zunächst noch einen Vulkan, den 4560 m hohen Meru. Im unteren Bereich, mit Wiesen und Bergwald, begegnen uns Büffel und Giraffen. Weiter oben blicken wir in das grosse Amphitheater, dass sich durch einen Flankenkollaps gebildet hat.

Meru: Socialist Peak
Meru: Socialist Peak

Wir besuchen auch die weiten der Serengeti und den Manyara Nationalpark, sehen Löwen und Leoparden, Zebras, Büffel und Gnus, Antilopen und Flusspferde….

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Ngorongoro
Ngorongoro

Die Calderen Ngorongoro und Empakai sind nochmal geologische Höhepunkte, Zebras haben wir ja inzwischen schon einige gesehen… Empakai beeindruckt mit einer Tiefe von fast 1000 m, Ngorongoro mit einem Durchmesser von 27 km.

Links

Oldoinyo Lengai bei Stromboli Online
Die Geschichte der Erforschung des Oldoinyo Lengai
Oldoinyo Lengai im Global Volcanism Program (Smithsonian Institution)
vulkane.net hat auch einiges dazu

Literatur

Neukirchen, F., Finkenbein, T., Keller, J. (2010). The Lava sequence of the East African Rift escarpment in the Oldoinyo Lengai – Lake Natron sector, Tanzania. Journal of African Earth Science 58, 734-751.

Klaudius, J, Keller, J (2006). Peralkaline silicate lavas at Oldoinyo Lengai, Tanzania. Lithos 91, 173-190.

Keller, J., Zaitsev, A.N., Wiedenmann, D. (2006). Primary magmas at Oldoninyo Lengai: the role of olivine melilitites. Lithos 91, 150-172.

Dawson, JB (1989). Sodium carbonatite extrusions from Oldoinyo Lengai, Tanzania: implications for carbonatite complex genesis. In: Bell, K (ed.), Carbonatites. Genesis and Evolution. Chapman & Hall, London.

Zaitsev, A.N., Keller, J. (2006). Mineralogical and chemical transformation of Oldoinyo Lengai natrocarbonatites, Tanzania. Lithos 91, 191-207.

Keller, J., Klaudius, J, Kervyn, M, Ernst, G. G. J., Mattson, H. B. (2010). Fundamental changes in the activity of the natrocarbonatite volcano Oldoinyo Lengai, Tanzania. I. New magma composition during the 2007–2008 explosive eruptions Bulletin of Volcanology 72, 893-912.

Mitchell, R (2005). Carbonatites and Carbonatites and Carbonatites. Canadian Mineralogist 43, 2049-2068.

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Exkursion Vulkanismus Süditalien

Pompeii mit Vesuv
Pompeii mit Vesuv

Mehr als 2 m Bims wurden am ersten Tag des Ausbruchs 79 n. Chr. des Vesuvs abgelagert. Das Gewicht ließ Dächer von Gebäuden einstürzen, doch die Menschen starben in den Pyroklastischen Strömen (surges), die gegen Ende des Ausbruchs den Berg hinab kamen. Beim Ausbruch bildete sich eine Caldera, Mt. Somma blieb als Rest des alten Kegels stehen. Als Baumaterial sind in Pompeji der graue campanische Ignimbrit (trachytisch, es sind auch Fiamme zu sehen) und der gelbe neapolitanische Tuff verwendet worden, beides Produkte von Eruptionen der Campi Flegrei. Interessanter Weise wurden für die Mühlsteine Leucit-Phonolite aus Orvieto (Umbrien) verwendet.

1906 begann eine kontinuierliche Tätigkeit, die mit einer kleineren Eruption 1944 endete. Ein möglicher neuer grösserer Ausbruch gefährdet die halbe Millionen Menschen, die am Hang des Vulkans leben. Die Laven des Vesuv sind sehr K-reich: Leucit-Tephrite und Leucit-Phonolithe.

Pozzuoli: Serapeium
Pozzuoli: Serapeium

Die Caldera der Campi Flegrei gefährdet potentiell Neapel: Calderen bildende Eruptionen sind die gewaltigsten Eruptionen, die es gibt und die Phlegräische Caldera ist bekanntermassen aktiv. Davon zeugen die Fumarolen und Mudpools von Solfatara, aber auch die Bewegung, die das Serapeium von Pozzuoli erfahren hat: Löcher von Bohrmuscheln dokumentieren eine Absenkung von 10 m und anschließende Hebung. Zwischen 1982 und 1984 hebte sich dieses Gebiet so sehr, so dass ein neuer Hafenkai gebaut werden musste. Gleichzeitig gab es Tremor-Beben, so dass mit einem Ausbruch gerechnet wurde. Aber das System hat sich erstmal wieder beruhigt.

Die Vulkaninsel Stromboli ist die Typlokalität der strombolianischen Eruption, bei der Lavafetzen auf ballistischen Bahnen aus dem Schlot geschleudert werden. Dass aber auch dieser Vulkan nicht ganz berechenbar ist, hat einmal mehr die jüngste Tätigkeit gezeigt. Wir besichtigen Einschlagtrichter von halbmeter grossen Bomben von einer Explosion im April, im Dezember hatte ein Bergsturz auf der Sciara del Fuoco einen Tsunami ausgelöst, der Häuser am Ufer zerstörte. Während unserer Anwesenheit kam es nur zur ruhigen Effusion eines kleinen Lavastromes.

Die Inseln von Panarea sind dazitische Staukuppen, an Basiluzzo zeigt spektakuläres Gleitbrettfließen, das typisch für hochviskose Laven ist. Dabei konzentriert sich die Bewegung an Ebenen, in denen sich Gasbläschen anreichern. Durch das Abkühlen an der Stirn des Stromes können sich Rampenstrukturen bilden. Die Konglomerate, die sich bei Meereshochstand (ca. 125 000 a) gebildet haben, bestehen aus bis zu Metergrossen „Kieseln“.

Lipari: Blick vom Belvedere
Lipari: Blick vom Belvedere

Im Norden Liparis gibt es schöne Obsidianströme (8. Jh. n. Chr.), leider werden die Bimse drum herum abgebaut. Die älteren Obsidianströme etwa weiter südlich wurden im Neolithikum abgebaut und zu Klingen verarbeitet. Südlipari besteht aus mehreren Rhyolitdomen. Eine Besonderheit in Lipari ist ein Granat-Cordierit Andesit, der Aluminium-Überschuss entstand vermutlich durch Assimilation von Tonstein. Es gibt auch Hornfels-Xenolithe mit Granat, Cordierit, Spinell und Silimanit.

Salina besteht vor allem aus dem schönen Kegel des Andesit-Vulkans Porri und der F. della Felci (Basalt bis Andesit). Die Ostflanke von Felci zeigt mächtige schwarze und rote Ablagerungen von strombolianischer Tätigkeit, z.T. sind auch Tuffe von Porri erhalten, die z.T. als betonartige (kalte) Schlammströme den Hang hinunter geflossen sind. Der phreatomagmatische Polarakrater (Hbl-Dazit) im Norden der Insel ist der jüngste Krater auf Salina.

Vulcano: Schwefelkristalle an den Fumarolen der Fossa Vulcano: Fossa
Vulcano: Schwefelkristalle an den Fumarolen der Fossa

Die Fossa von Vulcano hatte in der Geschichte verschiedenste Eruptionsformen: ein Obsidianstrom, feinkörnige Tuffe und natürlich Vulcanianische Eruptionen, die durch Wasserdampfexplosionen in einem Aquifer besonders Explosiv sind. Typisch sind die andesitischen Brotkrustenbomben: die abgeschreckte Kruste riss wieder auf, da das innere sich durch fortschreitende Entgasung ausdehnte. Die Fumarolentätigkeit ist derzeit relativ schwach. Die Dichte der Wolken sind kein Anzeichen für die Stärke der Fumarolen, da diese vor allem mit der Luftfeuchtigkeit der umgebenden Luft zusammen hängt. Bei Temperaturen unter 120°C bilden sich schöne Schwefelkristalle, es wird auch Ammoniumchlorid (weiss, seifig) und Sassolin (Borsäure) abgelagert.

Ätna
Ätna

Die basaltischen Pillowlaven Acicastello (nördlich von Catania) bildeten sich durch einen Lavastrom des frühen Ätna, der in den Golf floss. Hyaloklastite bestehen aus Bruchstücken der abgeschreckten Rinde. Basaltisches Glas beginnt schnell zu alterieren und rekristallisieren (Palagonitisierung) und wird braun. In Blasen bilden sich Zeolithe (weiss).

Ätna
Ätna

Für den Ätna sind volumenreiche Aa-Ströme typisch. Spektakulär sind die Ströme und Kegel, die sich bei den Eruptionen 2001/2002 gebildet haben.

 Falsch gebaut... am Ätna

Falsch gebaut… am Ätna

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Türkei 2003

Pamukkale
Pamukkale

Drei Wochen in der Türkei — exakt die Zeit des Krieges im Irak, was Miriam und mir einen billigen Flug beschert hat. Mich begeistert vor allem die Ignimbritlandschaft von Kappadokien, die in faszinierende Formen erodiert ist. Frühchristliche Kirchen stimmen ein auf die byzantinische und ottomanische Architektur in Istanbul… und die Antike von Pergamon oder Ephesus. Die Sinterterassen von Pamukkale sind noch ein weiteres geologisches Highlight.

Fethiye: Lykische Gräber
Fethiye: Lykische Gräber
Pamukkale / Hierapolis
Pamukkale / Hierapolis
Ephesus
Ephesus
Bursa
Bursa
Istanbul
Istanbul
Istanbul
Istanbul
Kappadokien
Kappadokien
Side
Side

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Skitouren 2003

Mont Blanc de Cheilon vom Aufstieg Richtung Pinge d’Arolla
Mont Blanc de Cheilon vom Aufstieg Richtung Pinge d’Arolla

Stabiles Hoch im im Februar: mit Micha und Nils besteige ich den Mont Blanc de Cheilon (Wintergipfel, 3827m) und Pinge d’Arolla (3796m), im Wallis. Irgendwann im Frühling folgt die Cristallina (2911m) im Tessin.

 Blick von der Pinge d’Arolla Blick von der Pinge d’Arolla
Blick von der Pinge d’Arolla
Mont Blanc de Cheilon von La Luette
Mont Blanc de Cheilon von La Luette
Aufstieg zur Cristallina
Aufstieg zur Cristallina

Adamello Exkursion

Kontaktaureole

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Das Adamello in Norditalien (Südalpen) ist eine Intrusion mit Tonaliten, Dioriten, Gabbros etc. Die umgebenen Sedimente wurden dabei erhitzt und umgewandelt, aus Kalkstein wurde Marmor, Tonsteinlagen wurden Hornfelsbändchen. Fluide drangen in Rissen in Kalksteine und Dolomite ein, tauschten Elemente aus und führten zur Bildung von Silikaten wie Grossular, Diopsid und Vesuvian.

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Südnorwegen Exkursion — geologische Exkursion

Bamble Sector: Boudinierte und verfaltete Amphibolitlage im granulitfaciellen Gneis
Bamble Sector: Boudinierte und verfaltete Amphibolitlage im granulitfaciellen Gneis

Südnorwegen besteht vor allem aus der Südwestlichen bzw. Westlichen Gneissregion (1700 to 900 Ma) und dem Caledonischen Deckengebirge dazwischen. Dieses Gebirge bildete sich im Silur durch die Schliessung des Ur-Atlantiks Iapetus. Auch die westliche Gneissregion wurde caledonisch überprägt. Den permischen Oslograben haben wir leider nicht besichtigt.

Steilgestellte Sandrippel im präkambrischen Quarzit
Steilgestellte Sandrippel im präkambrischen Quarzit

Bei Arendal (SW Gneiss Region) sehen wir Granultifazielle (Opx-haltige) Gneise……. Der kambrische alkaline Fen-Komplex hat neben Karbonatiten vor allem Ijolithe, Nephelinsyenite und mafische Gesteine.

Jotunheimen
Jotunheimen

Die Gegend des Tyinsees liegt in der Jotunheim-Decke. Die Decken der Caledonischen Gebirgsbildung haben Schubweiten von mehr als 100 km (nach Ost). Neben Gabbros sehen wir vor allem Ultrabasiche Gesteine, die hier aber präkambrische Kumulate (Olivin, Cpx, Opx, Spinell) sind (und nicht Späne des Erdmantels), die granulitfaziell überprägt wurden. Bei der grünschieferfaziellen Metamorphose der Caledonischen Orogenese war offensichtlich kein Wasser vorhanden, so dass sich kein Serpentin bilden konnte. Südlich einer jungen Verwerfung (mit Kataklasiten) finden sich die heute metamorphen, ursprünglich auf dem Kristallin liegenden Sedimente (Quarzit).

eridotit: Akkumulat von Olivin und Pyroxen aus einer Magmenkammer
eridotit: Akkumulat von Olivin und Pyroxen aus einer Magmenkammer

Bei Bygdin gibt es spektakuläre Metakonglomerate. Die Kiesel sind extrem prolat gelängt.

Östlich von Lom im Unteren Allochton (Phyllite…) befinden sich grünschieferfacielle (Caledonische Orogenese) ultrabasische (Serpentinite, Speckstein…) Linsen (alpinotyp, d.h. Mantelspäne). Serpentinit ist hydratisierter Mantel, bei Speckstein (Talk, Magnesit) ist noch Karbonat vorhanden. In Adern hat sich Talk gebildet. Andere Linsen enthalten Brucit… In einem Phyllit haben sich in den Faltenachsenebenen Quarzadern gebildet.

Die Western Gneiss Region besteht überwiegend aus Tonalit-Gneisen, eingefaltet sind präkambrische Quarzite, Ultrabasica, Schiefer, Anorthosit, Basica…

Eklogite von Norwegen: Hier erkannte 1920 Eskola, dass es sich bei diesen schönen Gesteinen um hochdruck-metamorphe Basalte handelt. Inzwischen wurden Coesit-Einschlüsse gefunden, die belegen, dass die Gesteine in mehr als 100 km Tiefe (> 35 kbar) versenkt worden waren. Die caledonischen Eklogite kommen als Boudins in allen Grössen im Gneiss vor. Zum Teil enthalten sie auch Opx, der grasgrüne Eklogit von Verpeneset auch Disthen und Zoisit.

Bei Aheim wird im Granatperidotit (präkambrisch) Olivin abgebaut.

Südlich des Nordfjord befindet sich ein Devonbecken mit „Old Red Sandstone“, Gebirgsschutt der caledonischen Orogenese.

Stabskirche Lom
Stabskirche Lom
Stabskirche Heddal
Stabskirche Heddal
Stabskirche Heddal
Stabskirche Heddal

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Kartierkurs Heidelberger Hütte

Kartierung im Unterengadiner Fenster: wir sind in den Tiefseesedimenten des Südpenninischen Ozeans. Für mich als Mineraloge sind die verschiedensten Flysche etwas langweilig… weitere Sedimente („taubenblauer Tristelkalk“ zum Beispiel) kommen als Olistolithe vor, d.h. sie sind als grosse Blöcke den Kontinentalhang hinunter gerutscht.

Nach der Kartierung besteige ich mit Micha zum Eingehen die Heidelberger Spitze und dann das Fluchthorn. Das Ostalpine Kristallin (relativ hochmetamorph, Amphibolite, Gneise…) sieht durchaus spannender aus als das Penninikum der letzten Tage. Leider haben wir Pech mit dem Wetter, kaum am Zahnjoch (am frühen Morgen), stehen wir im Hagel und steigen gefrustet auf der anderen Seite ab. Es reisst aber wieder auf und wir machen doch noch den Gipfel, allerdings ohne Sicht. Die ursprüngliche geplante Tour zu Buin etc. blasen wir lieber ab.

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Sri Lanka

Mit Miriam sechs Wochen in Sri Lanka: das kleine Städchen Kandy bietet mehr als den Tempel mit Buddhas Zahn, vor allem auch eine schöne Umgebung. Vorbei an den Höhlentempeln von Dambulla fahren wir zur beeindruckend auf einem Fels gelegenen Festung Sigiriya. In Polonnaruwa bewundern wir die wundervollen halbkreisförmigen Moonstones, die die Eingänge der Tempel markieren. Zwischen den vielen weissen Stupas von Anuradhapura befinden sich Maschinengewehrnester. Nach all der Kultur im „goldenen Dreieck“ lassen wir in Colombo unser Visum verlängern, dann geht es erstmal in die Berge: Sonnenaufgang mit tausenden von Pilgern auf dem Adams Peak. Lustig, dass die europäischen Entdecker diesen Berg zeitweise für den höchsten der Erde hielten, er ist nicht einmal der höchste der Insel. Die Horton Plains fanden wir etwas enttäuschend (was haben wir eigendlich erwartet?), mehr gefallen uns Spaziergänge durch die Teeplantagen. Bei der Zugfahrt durch die Berge sehen wir allerdings nichts, wir stehen die ganze Stecke in einer Masse von Menschen eingeklemmt. Nach einer Safari im Yala West entspannen wir am Strand, zum Schluss besichtigen wir noch eine Edelsteinmine in Ratnapura.

Polonnaruwa
Polonnaruwa
Polonnaruwa
Polonnaruwa
Anuradhapura
Anuradhapura

USA — geologische Exkursion mit Verlängerung

Vor der USA-Exkursion sind wir mit einem Mietwagen zu diversen Nationalparks gefahren. Zunächst zum Grand Canyon, wo wir alle Warnungen in den Wind schlugen und an einem Tag bis hinunter zum Fluss und wieder hinauf gelaufen sind. Da unsere Wassercontainer undicht waren, hatten wir tatsächlich Probleme mit der Hitze! Der Abstieg beginnt im Kaibab Kalkstein (250 Ma) und führt bis ins Präkambrium.

Grand Canyon
Grand Canyon
Grand Canyon
Grand Canyon

Östlich des Grand Canyon liegt das Schichtstufenland der Grand Staircase. In der Paria Wilderness wären wir gern zur Sandsteinformation „the wave“, aber die Besucherzahl ist begrenzt und wir hatten Pech. Stattdessen erkunden wir einen schmalen Slotcanyon, der tief in den Sandtein eingeschnitten ist.

Bryce Canyon
Bryce Canyon

Die limnischen Sedimente des Bryce Canyon wurden im Tertiär abgelagert. Durch Kompression (Bildung der Rocky Mountains) und anschließende Dehnung bildete sich ein Netz von Klüften, das durch Erosion (vor allem durch Wasser) freigelegt wurde.

Zion
Zion
Zion
Zion

Die Sandsteine im Zion wurden vor 275 Ma in einem flachen Becken (etwa Meereshöhe) abgelagert. Es bildete sich eine Wüste mit Sanddünen (Kreuzschichtung im Navajo-Sandstein).

Das Death Valley ist ein tiefer Graben in der Basin and Range Provinz (ein grosses Gebiet mit Horst und Grabenstrukturen durch Extension).

Sequoia Nationalpark
Sequoia Nationalpark

Wir machen einen Schlenker durch die Sierra Nevada, zum Sequoia Nationalpark und in die faszinierende Granitlandschaft des Yosemite.

Yosemite, Aufstieg auf den Half Dome
Yosemite, Aufstieg auf den Half Dome

Nun beginnt unsere Exkurion, gleich zu beginn gibt leider meine Kamera den Geist auf… Der Mono Lake ist ein Endsee am Rand der Basin and Range Provinz. Die Kalk-Säulen („Tufas“) sind durch den sinkenden Wasserspiegel freigelegte „versteinerte Quellen“: Sobald sich das ankommende Ca-haltige Wasser mit dem stark alkalischen Seewasser vermischt, fällt CaCO3 aus. „Sandtufas“ sind die freigelegten „Füsse“ der Tufas, der Sand zwischen den filigranen Röhren ist weggeblasen worden.

Blick auf Mono Craters
Blick auf Mono Craters

Die Mono Craters sind rhyolitische Vulkane, die durch Krustenaufschmelzung gebildeten Schmelzen konnten durch das Extensions-Regime einen Weg nach oben finden. Der Obsidian des Obsidian Dome hat z.T. Schlieren von Bläschen, an denen die Bewegung stattgefunden hatte. Besonders schön ist der Panum Crater, ein Aschenring mit einem Obsidiandom im Zentrum.

Der verschweisste Bischofs Tuff ist der Ignimbrit der Long Valley Caldera. Diese Caldera ist morphologisch kaum auszumachen, aber starke CO2-Entgasung, die zum Absterben von Bäumen führt, zeugt von Aktivität. Die bewaldeten Hügel in der Caldera wurden durch wiedereindringen von Magma in die Magenkammer angehoben (resurgent caldera).

Devils Postpile ist ein peistozäner Andesit-Strom mit schönen Säulen.

Am Saddlebag Lake am Rand des Yosemite schauen wir uns Granite/Granodiorite und typische Kontaktmetamorphe Sedimente (Kalksilikatfels etc.) an. Weniger typisch führte die Kontaktmetamorphose beim Convict Lake in Sandstein mit Calcit-Zement durch durchflutenden CO2-arme Fluide zur Bildung von Wollastonit.

In den White Mountains, einem Horst der Basin and Range Provinz, sehen wir nicht nur Tremolit Marmor, sondern auch den Bristlecone Forest. Diese knorrigen Kiefern sidn mit über 4700 Jahren die ältesten lebenden Bäume der Erde.

Vorbei an der Geisterstadt Bodie (Gold) geht es weiter zum Lassen, dem südlichsten Vulkan der Cascade Range. Es handelt sich um einen Dacit-plug. In der Bumpass Hell fauchen Fumarolen, Mudpools, kochende Quellen.

Im Lava Beds National Monument gibt es eine Vielzahl von Basaltströmen, in denen sich durch Abkühlen an der Oberfläche einige lange Lavatunnels gebildet haben.

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