Rügen

Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund

Kreideküste nahe Kollicker Ort
Kreideküste nahe Kollicker Ort

Im Meer der Kreidezeit lebten massenhaft Kalkalgen. Diese Einzeller haben ein Skellet aus Kalkplättchen, die zu einer winzigen Kugel zusammengesetzt sind. Unzählige dieser Kalkalgen sanken nach ihrem Tod auf den Meeresgrund ab und bildeten dort einen bröseligen Kalkstein, der gemeinhin als Kreide bezeichnet wird.

Wissower Klinken im Morgenlicht
Wissower Klinken im Morgenlicht

Später wurde das Gestein kaum überdeckt (ein wenig Gletschergeschiebe, das wars), entsprechend kam es nur zu einer leichten Diagenese. Ansonsten hätte eine Rekristallisation des Kalzits vielleicht ein festeres Mineralgefüge erzeugt. Immerhin hat die Diagenese ausgereicht, um die Reste von Kieselalgen und anderen Organismen zu Bändern aus Feuerstein zu verwandeln.

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Klar, dass ich auf Rügen vor allem die Kreideküste im Nationalpark Jasmund sehen wollte. Besonders schön war der Hochuferweg (mit kleinen Abstiegen zum Ufer) am frühen Morgen, in Einsamkeit und im Licht der tiefstehenden Sonne. Der schönste Abschnitt ist sicherlich das mittlere Drittel zwischen Waldhalle und Kollicker Ort.

Kreideküste nahe Kollicker Ort
Kreideküste nahe Kollicker Ort

Im Gegensatz dazu halte ich den Königsstuhl für völlig überbewertet. Hier sind die Felsen zwar am höchsten, aber es sind eben nur zwei schmale Felsen am bewaldeten Steilhang. Allerdings weiß ich nicht genau, was ich verpasst habe, da ich mir den nicht ganz billigen Eintritt gespart habe. Der Blick von der Victoria-Sicht hat mir gereicht.

Victoria-Sicht
Victoria-Sicht

Aber auf Rügen gibt es nicht nur Kreidefelsen. Mit dem Rad rapple ich über Kopfsteinpfasterstraßen und Betonplattenwege über die Hügel, vorbei an Feldern mit reifem Getreide und immer wieder wechselnde Ausblicke auf die Ostsee und den Jasmunder Bodden. Hin und wieder passiere ich ein jungsteinzeitliches Großsteingrab, drehe eine Runde zu den Leuchttürmen auf dem Kap Arkona und sonne mich auf dem 12 km langen Sandstrand der Schaabe.

Räucherfisch
Räucherfisch