Montag 26. Juli 2010

Drei Nachtbusse entfernt...

Von den heissen Quellen in Baños (Ecuador) nach Huaraz am Fusse der Cordillera Blanca (Nordperu) sind es drei Nachtbusse. Der erste bringt mich bis zur Grenze und etwas weiter, in Tumbes, muss ich 10 Stunden bis zum naechsten Bus nach Sueden warten. Tumbes: eine Stadt so trist wie der graue Himmel, langweilig zusammengewuerfelte Betonhaeuser. Auf der Plaza des Armas versuchen Wahlhelfer mit einem Autokorso, wehenden Fahnen und Lautsprechern Aufmerksamkeit zu erregen, aber im Moment interessiert sich niemand fuer Politik: die Menschenmassen stehen in grossen Trauben vor den Elektronikgeschaeften, in deren Fernsehern in 20facher Ausfuehrung die Fussballweltmeisterschaft laeuft... und ich habe immer noch einige Stunden vor mir, das sind duzende Seiten Tolstoi...

In Trujillo einen Tag zu warten ist da schon interessanter: eine huebsche Kolonialstadt voller bunter Haeuser, Ceviche essen am Pazifik, der so grau ist wie der Kuestennebel und ein Spaziergang durch die Ruinen von Chan Chan, ein Labyrinth aus Lehmziegelmauern.

In Peru ist es uebrigens laut Gesetz verboten, Artikel oder Substanzen im Bus mitzufuehren, die ein Risiko fuer die Gesundheit oder Sicherheit der Passagiere und Angestellten darstellen koennten. Darunter fallen z.B. Karten, die die Grenzen von Peru abbilden.

Was Sicherheit angeht, koennen unsere Sicherheitsfanatiker noch einiges lernen. Ich muss nicht nur beim Einsteigen in den Bus meinen Pass vorzeigen, sondern auch einen Fingerabdruck abgeben und mich abfilmen lassen. Da kann ja nichts mehr passieren!


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