Takht-e Soleiman

Also Sprach Zarathustra: Ruinen an einer merkwürdigen Karstquelle

Takht-e Soleiman
Takht-e Soleiman

Inmitten sanfter grüner Hügel liegt, fast wie ein Kratersee, ein tiefer, kreisrunder Quellsee auf einem von ihm selbst aufgebauten Travertinhügel. In der Spätantike, zur Zeit des Sassanidenreiches, war dies ein wichtiger Ort der Zoroastristen. Um den See stehen daher die Ruinen eines Feuertempels und von Palästen. Der Hügel ist von einer mächtigen Mauer aus der Mongolenzeit umgeben.

Takht-e Soleiman
Takht-e Soleiman

Einige Kilometer entfernt ragt ein 100 m hoher, steiler Travertinberg kegelförmig aus dem weiten Tal auf, Zendan-e Soleiman (Salomons Gefängnis). Wir klettern hinauf und lassen den Blick die senkrechten Wände eines 80 m tiefen Loches hinunter fallen. Auch dies war einmal ein Quellsee, der den kompletten Berg aufbaute. Risse, die bei Erdbeben entstanden, ließen den See jedoch auslaufen. In der Umgebung gibt es noch weitere Travertinhügel, alle Reihen sich entlang einer Linie auf.

Zendan-e Soleiman
Zendan-e Soleiman

Wir fahren weiter nach Sanandaj in Kurdistan. Vor allem ältere Menschen tragen hier traditionelle kurdische Kleidung, die Frauen bunte Gewänder, die Männer weite Hosen wie Zelte. Sie dürfen erst seit den Reformen durch Kathami ihre traditionelle Kleidung wieder tragen. Mit der Unterdrückung der kurdischen Kultur hat sich das Regime hier nicht gerade viele Freunde gemacht, wie uns immer wieder beteuert wird.


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Florian Neukirchen
Nahöstlicher Diwan
Unterwegs zwischen Teheran und Tel Aviv
ISBN 978-3-89514-925-2