Am Fuß des Aconcagua

Am höchsten Berg der Anden (Argentinien) — und dem höchsten außerhalb Asiens.

Aconcagua
Aconcagua

Aconcagua, mit 6962 m der höchste Berg außerhalb von Asien, befindet sich in den Anden knapp neben dem Grenzposten an der wichtigsten Passstraße zwischen Santiago de Chile und Buenos Aires. Von der Passstraße führt ein kleines Sträßchen in ein Seitental hinauf, bis zu einem Wanderparkplatz knapp unterhalb einer Reihe von kleinen Seen (der größte heißt Laguna de los Horcones). Vom kurzen Rundweg hat man einen guten Ausblick auf den Bergriesen. Besonders faszinierend ist der Hängegletscher, der wie ein riesiger Balkon quer vor der Bergwand hängt (rechte Seite). Früher befand sich dieser einmal als normaler Talgletscher hinter einem Bergrücken, der aber in einem gewaltigen Bergsturz ins Tal gerauscht ist — das Ergebnis sind die Hügel, zwischen denen sich die Seen befinden.

Die Anden werden weitgehend durch aktive Vulkane dominiert, weil die ozeanische Kruste des Pazifiks unter den südamerikanischen Kontinent abtaucht. Der Aconcagua befindet sich jedoch in einem Abschnitt ohne aktiven Vulkanismus, der vom wenig südlich der Passstraße gelegenen Vulkan Tupungato etwa 200 km nach Norden reicht. In dieser Zone wurden alte Sedimente und Vulkanite durch tektonische Bewegungen gehoben (der Aconcagua selbst besteht aus alten Vulkaniten, die Aktivität endete jedoch bereits im Miozän). Wie es zu dieser für die Anden ungewöhnlichen Geologie kam, erkläre ich ausführlich in meinem Buch Bewegte Bergwelt (Abschn. 4.3). Das hat übrigens auch mit den Kupferlagerstätten in Chile zu tun, siehe mein Buch Die Welt der Rohstoffe (Abschn. 4.4).

Schienen bei Puente del Inca
Schienen bei Puente del Inca

Wenige Kilometer die Passstraße abwärts übernachten wir in einem einfachen Hostel im Ort Puente del Inca — im blechernen Bahnhof der ehemaligen Schmalspurbahn. Die eigentliche sogenannte Inkabrücke befindet sich direkt daneben, allerdings wurde sie nicht von den Inkas gebaut, sondern sie ist rein natürlich durch Ablagerung von Sinterkalk entstanden. Etwas sehr ähnliches gibt es übrigens in Armenien.

Puente del Inca
Puente del Inca